Johann Peter Hebel
Pastell von Philipp Jakob Becker (1807)

Die Basler Hebelstiftung

Eine lebendige Tradition seit 1860

Die Basler Hebelstiftung wurde am 10. Mai 1860 zum 100. Geburtstag des alemannischen Dichters Johann Peter Hebel (1760–1826) von prominenten Basler Bürgern und Professoren gegründet. Zu den Gründern gehörten die Professoren Fritz Burckhardt-Brenner, Peter Merian, Wilhelm Vischer-Büfinger sowie der Chemiker Christian Friedrich Schönbein, der erste Stiftungspräsident wurde.

Ein Testament der Menschlichkeit

Der ursprüngliche und bis heute erfüllte Stiftungszweck geht auf einen mündlich überlieferten letzten Wunsch Hebels zurück: Aus seinem Vermögen sollten den ältesten Männern seines südbadischen Heimatdorfes Hausen im Wiesental jeden Sonntag ein Schoppen Wein spendiert und jährlich die vier besten Schüler mit einer Gabe bedacht werden. Mit Ausnahme eines einzigen Jahres (1944) wurden diese Verpflichtungen bisher in jedem Jahr erfüllt.

Das traditionelle Hebelmähli

Seit der Stiftungsgründung lädt die Hebelstiftung immer am 10. Mai – Hebels Geburtstag – in Hausen im Wiesental die elf ältesten Männer sowie den Bürgermeister, seit 1972 auch die zwölf ältesten Frauen, zum «Hebelmähli» ein, einem kleinen Mittagessen mit einer Flasche guten Markgräfler Wein pro Person. Darüber hinaus erhalten alle Bräute des Ortes eine Hochzeitsgabe und die vier besten Schülerinnen oder Schüler eines Jahres ein Buch mit Hebels Werken.

Hebels Spuren in Basel

Auf die Initiative der Hebelstiftung gehen in Basel die Benennung der Hebelstrasse und des Hebelplatzes, eine Gedenktafel am Geburtshaus von Hebel und das von Max Leu geschaffene Hebeldenkmal von 1899 auf dem Peterskirchplatz zurück. Seit 2005 führen Mitglieder unter dem Motto «Mit em Hebel uff d Gass!» zu Orten in Basel, die an Hebels Wesen, Werk und Wirken erinnern.

Lebendige Kulturarbeit heute

Die Basler Hebelstiftung ist seit 1860 ohne Unterbruch aktiv und hält das Andenken an Johann Peter Hebel und sein Werk lebendig. Zu den vielfältigen Aktivitäten gehören Publikationen, Auftragswerke, eine Doppel-CD mit alemannischen Gedichten und Kalendergeschichten sowie die regelmässigen «Basler Hebelschoppen» mit Lesungen. Seit 1989 nimmt die Delegation jedes Jahr auch eine Basler Schulklasse mit ins badische Hausen zum Hebelfest.

Die Stiftung verkörpert damit nicht nur die Treue zu einem dichterischen Erbe, sondern auch die grenzüberschreitende Verbundenheit zwischen Basel und dem alemannischen Kulturraum – ganz im Sinne von Hebels berühmten Versen: «Z’Basel an mim Rhi, jo dört möchti si!»

Johann Peter Hebel
Pastell von Philipp Jakob Becker (1807)